Als Alternative zum Eintritt in eine Regelklasse des Gymnasiums sind an zahlreichen Standorten in Bayern sog. Einführungsklassen eingerichtet, die Schülerinnen und Schülern nach Erwerb des mittleren Schulabschlusses den Übergang an das Gymnasium zum Erreichen des allgemeinen Abiturs mit speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetem Unterricht erleichtern. Diese Klassen werden in allen Landkreisen und kreisfreien Städten von mindestens einem Gymnasium angeboten; nach der Voranmeldung werden die Klassen dann jeweils nach Bedarf eingerichtet.
Einführungsklassen werden in der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums angeboten. Im Anschluss daran erfolgt unmittelbar der Eintritt in die Qualifikationsphase (Jahrgangstufen 12 und 13).
Die Einführungsklassen sind flexibel konzipiert und haben zweierlei Zielsetzung:
- Zum einen sollen sie in die Breite der gymnasialen Fächer einführen, um den betreffenden Schülerinnen und Schülern die in der Oberstufe vorgesehenen Wahlmöglichkeiten offen zu halten;
- Zum anderen sollen sie eine gezielte Förderung in den Fächern ermöglichen, in denen diese Schülerinnen und Schüler Kenntnisse noch vertiefen bzw. neu erwerben müssen (etwa 2. Fremdsprache), sowie in denjenigen Fächern, die verbindliche Abiturprüfungsfächer sind (Mathematik, Deutsch, Fremdsprache).
Voraussetzungen für die Aufnahme in eine Einführungsklasse sind:
- Mittlerer Schulabschluss und
- Ein pädagogisches Gutachten der in Jahrgangsstufe 10 besuchten Schule, in dem die Eignung für den Bildungsweg des Gymnasiums uneingeschränkt bestätigt. Das Gutachten ist nicht erforderlich, wenn ein Durchschnitt aus den Noten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik von 2,00 oder besser im Abschlusszeugnis vorliegt. (§ 7 GSO)
Weitere Informationen:
Vortrag unserer Schulleiterin (pdf)
Schulberatung Bayern / Einführungsklasse (externer Link)
Infobroschüre Einführungsklasse (pdf)
Flyer „Einführungsklassen an bayerischen Gymnasien“ (pdf)
Anmeldung (pdf)
Einen festgelegten Anmeldezeitraum für die Einführungsklasse gibt es nicht. Um die Planungen für das kommende Schuljahr zu ermöglichen, ist eine Voranmeldung mit Formblatt bis 1. März über die Schule, an der der mittlere Schulabschluss erworben wird, erforderlich. Die endgültige Anmeldung mit Abschlusszeugnis und ggf. pädagogischem Gutachten erfolgt Ende Juli am jeweiligen Gymnasium.
Gemäß offiziellen Vorgaben wird eine Einführungsklasse ab 15 Schülerinnen und Schülern als eigenständige Klasse eingerichtet. Sollte die Teilnehmerzahl geringer sein, so wird die Einführungsklasse in integrierter Form geführt. Mit beiden Varianten hat das Ludwigsgymnasium bereits viele positive Erfahrungen gemacht.
Übersicht: Wege zum Abitur nach dem Mittleren Schulabschluss
Vergleich: Weg zum Abitur (Einstieg nach der 10. Klasse)
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Merkmal |
Gymnasium |
Fachoberschule (FOS) |
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Dauer bis zum Abitur |
3 Jahre (11. + 12. + 13. Jgst.) |
3 Jahre (11. + 12. + 13. Jgst.) |
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Struktur |
durchgehende 3-jährige Oberstufe |
12. Jgst. (Fachabitur), 13. Jgst. (Abitur – allgemein oder fachgebunden) |
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Schwerpunkt |
allgemeinbildend / akademisch |
berufsbezogen / praxisorientiert |
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Wahlmöglichkeiten |
breites Fächerangebot (Profilbildung) |
festgelegte Ausbildungsrichtung |
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Fächer-Profil |
Allgemeinbildung, wissenschaftspropädeutisch |
berufsbezogenes Profil (Ausbildungsrichtung) |
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Zweite Fremdsprache |
Pflicht für allgemeine Hochschulreife |
Nur für allg. Abi in der 13. Jgst. nötig, nicht jedoch für fachgebundene Hochschulreife |
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Praxisbezug / Praxisanteil |
theoretisch-methodisch gering (theoretisch) |
Fachpraktische Ausbildung (in der 11. Klasse FOS) hoch |
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Aufnahmebedingungen |
Eignung für das Gymnasium bestätigt oder Notendurchschnitt von mind. 2,00 in D, E, M |
Notendurchschnitt von mind. 3,5 in D, E, M |
Analyse der Unterschiede
1) Das Gymnasium im G9-Weg
- Struktur: Die Jahrgangsstufe 11 im G9 fungiert als Einführungs- und Vorbereitungsphase für die Qualifikationsphase (Q12/Q13). Das Ziel ist hier die Festigung der gymnasialen Standards in einem breiten Fächerkanon.
- Lehrplan: Der Fokus liegt auf der Wissenschaftspropädeutik. Es geht darum, methodische Kompetenzen für ein Studium an Universitäten zu erwerben.
- Vorteil: Man behält die breite Fächervielfalt bei. Die Jahrgangsstufe 13 bietet zudem Zeit für eine vertiefte Abiturvorbereitung und eine intensive Phase der Studienorientierung (W-Seminar und P-Seminar).
- Herausforderung: Die Anforderungen an die Abstraktionsfähigkeit sind hoch. Da das G9 auf eine 9-jährige Schullaufbahn ausgelegt ist, ist der Lernstoff in der Oberstufe breit gefächert.
2) FOS / BOS
- Struktur: Die FOS ist zweistufig. Nach der 12. Klasse erreichen die Schüler bereits die Fachhochschulreife. Mit der 13. Klasse kann die fachgebundene oder (bei Nachweis einer zweiten Fremdsprache) die allgemeine Hochschulreife erworben werden.
- Lehrplan: Die Lehrpläne sind an den sogenannten Ausbildungsrichtungen orientiert (z. B. Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Sozialwesen, Gestaltung). Die Kernfächer sind fachspezifisch auf das Profil zugeschnitten.
- Vorteil: Die Spezialisierung auf ein Fachgebiet erleichtert die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium im entsprechenden Bereich. Die fachpraktische Ausbildung (fpA) in der 11. Klasse FOS ist ein großer Pluspunkt für die berufliche Orientierung.
- Herausforderung: Wer das allgemeine Abitur will, muss in der 13. Klasse die Anforderungen einer zweiten Fremdsprache erfüllen, falls diese nicht bereits in der 12. Klasse oder durch Vorkenntnisse abgedeckt ist.
Welcher Typ bist du?
Frag Dich ehrlich:
- Wenn Du gerne liest, gerne diskutierst, Dich für komplexe theoretische Zusammenhänge begeisterst und ein Studium an einer Universität (Medizin, Jura, Lehramt, klassische Geisteswissenschaften) planst, bei dem eine breite Allgemeinbildung gefragt ist, dann ist das G9 Dein Ort. Hier wirst Du allumfassend unterrichtet
- Wenn Du ungeduldig bist, wenn Du endlich „echte“ Ergebnisse sehen willst, wenn Du gerne in Projekten arbeitest und das Gefühl brauchst, dass das, was du lernst, eine direkte Verbindung zur Realität hat, dann ist die FOS Dein Ort. Du wirst hier mit einer klaren beruflichen Identität aus der Schule entlassen.
Ein häufiger Denkfehler ist, dass die FOS „einfacher“ sei als das Gymnasium. Das ist ein Trugschluss. Die Anforderungen an die Fachkenntnisse (z. B. in den Profilfächern) an der FOS sind sehr hoch und werden oft unterschätzt. Der Unterschied liegt nicht im „Schwierigkeitsgrad“, sondern in der Art der Aufgabenstellung.
Zusammenfassende Entscheidungshilfe
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Wähle das Gymnasium, wenn:
- Du ein Studium an einer Universität anstrebst und Dich noch nicht auf ein Fachgebiet festlegen willst.
- Du Freude am theoretischen, fachübergreifenden Arbeiten hast.
- Du eine zweite Fremdsprache gerne fortführen (Französisch) oder erlernen (Spanisch) möchtest.
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Wähle die FOS/BOS, wenn:
- Du bereits weißt, in welchem Bereich (Technik, Soziales, Wirtschaft) deine Interessen liegen.
- Du den direkten Praxisbezug zur Theorie suchst.
- Du den Vorteil nutzen willst, bereits nach zwei Jahren (FOS 12) die Fachhochschulreife zu erwerben.

