Geografie-Leistungskurs auf Exkursion in Bodenmais

Am Montag, den 20. Juli 2026, machte sich der Geografie-Leistungskurs von Frau Wiesner um 8:00 Uhr mit dem Bus auf den Weg nach Bodenmais. Gegen 9:00 Uhr erreichten wir unser Ziel und freuten uns auf einen abwechslungsreichen Tag im Bayerischen Wald.

Nach der Ankunft begann die Exkursion mit einer besonderen Aufgabe. Als Gruppe erhielten wir eine Wanderkarte und mussten uns selbstständig auf der vorgegebenen Route orientieren. So konnten wir unsere räumliche Orientierungskompetenz direkt in der Praxis anwenden, aber auch das Bestimmen des Kartenmaßstabes war eine Herausforderung für uns.

Unsere Wanderung führte uns über die Gottesgabebene hinauf zum Silberberg. Am Gipfel angekommen, wurden wir mit einem beeindruckenden Ausblick über den Bayerischen Wald belohnt. Die kurze Pause nutzten wir, um die Landschaft zu genießen und neue Energie zu tanken.

Während der Wanderung gestalteten einige Mitschülerinnen informative Kurzvorträge. Dabei erfuhren wir Spannendes über den Nationalpark Bayerischer Wald. Dieser wurde bereits 1970 eröffnet und bildet zusammen mit dem tschechischen Nationalpark Šumava das größte Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Der Nationalpark ist dabei in Naturzone, Managementzone und Erholungszone aufgeteilt, wobei die Naturzone mehr als 75% ausmacht und dem Motto Natur Natur sein lassen folgt. Das bedeutet, dass keine menschlichen Eingriffe vorgenommen werden.

Ferner beleuchteten unsere Mitschülerinnen den Wandel des Bayerischen Waldes und der Gemeinde Bodenmais von einer historischen Bergbau- und Forstregion zu einem modernen Tourismuszentrum mit den Schwerpunkten Natur, Wellness und Glaskunst. Am Beispiel des Silberbergs wurde gezeigt, wie das ehemalige Besucherbergwerk und dessen Heilstollen heute erfolgreich Geschichte, Gesundheit und Freizeitangebote für den Erlebnistourismus verbinden.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause in der Bergmann-Schänke stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: eine Führung durch den Barbarastollen im Silberberg. Dabei erhielten wir interessante Einblicke in die Geschichte des Bergbaus und erfuhren, welche Rolle der Silberberg für die Region spielte: Das Bergwerk wurde 1463 erstmals urkundlich erwähnt. Über viele Jahrhunderte wurde dort Erz abgebaut, bevor der Bergwerksbetrieb 1962 endgültig eingestellt wurde. Neben dem Barbarastollen gibt es acht weitere Stollen, die ebenfalls Teil des ehemaligen Bergwerks sind. Mit einer Gesamtlänge von rund 20 Kilometern ist der Barbarastollen das größte Winterquartier für Fledermäuse in ganz Bayern.

Die Tiere finden dort ideale Bedingungen, denn im Stollen herrschen das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 5 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Aufgrund dessen wird der Barbarastollen seit 1984 für die sogenannte Stollentherapie genutzt. Das besondere Klima im Inneren kann Menschen mit Asthma oder anderen Erkrankungen der Atemwege und Lunge helfen, ihre Beschwerden zu lindern.

Gegen 15:00 Uhr machten wir uns schließlich wieder auf den Heimweg. Die Exkursion war eine gelungene Abwechslung zum Schulalltag und bot die Möglichkeit, geographische Themen nicht nur theoretisch, sondern direkt vor Ort zu erleben.