Isabell goes USA (1)

Hier lässt uns unsere Schülerin Isabell, die gerade ein Schuljahr in den USA verbringt, gelegentlich an ihren Erfahrungen im land of the free teilhaben…

Mein erstes großes Abenteuer – Marching Band

Dreieinhalb Wochen bevor die Schule in Ellicott City, Maryland angefangen hat, habe ich den ersten Schritt in das Land der Freiheiten gesetzt und damit ist mein langersehnter Traum endlich wahr geworden.

Zuvor habe ich mich gefragt, was ich in der verbliebenen Zeit bis zum ersten Schultag unternehmen werden würde. Vor allem in der Zeit, in der ich noch niemanden kenne und meine Gasteltern arbeiten müssen. Doch diese Frage hat sich für mich schnell gelöst. Denn in den ersten eineinhalb Wochen war die ehemalige Austauschschülerin meiner Gastfamilie, die aus Stuttgart kommt, mit ihrer Familie zu Besuch. Dies verschaffte mir die Möglichkeit mit ihnen zu reisen (Reiseziele waren zum Beispiel Baltimore, Washington D.C., Mount Vernon, das Grundstück des 1. amerikanischen Präsidenten George Washington; etc.), persönliche Erfahrungen zu teilen und eine durch die gemeinsamen Interessen und ähnlichen Persönlichkeiten starke Freundschaft zu knüpfen.

Diese Erlebnisse gleich am Anfang meines Auslandjahres waren sehr prägend für mich, doch erst danach hat ein wichtiger Teil für mich begonnen. Ich habe mich nämlich für die Marching Band an meiner Schule, der Centennial High School, durch Videoauditions qualifiziert. Zwei Wochen vor Schulbeginn hat das sogenannte Marching Band Camp angefangen, das sich montags bis freitags entweder von 13-21 Uhr oder von 15-21 Uhr ereignete. Dort wurden die ca. 150 Teilnehmer am ersten Tag getestet, ob wir die erforderlichen Stücke (das Thema ist Journey, deshalb spielen wir die drei Showsongs Don’t Stop Believin‘, Open Arms und Any Way You Want It, sowieso die amerikanische Nationalhymne, den NFL-Themesong und den Footballfight-Song) auswendig gelernt haben, danach haben wir bei prall herabscheinender Sonne am Schulparkplatz gelernt zu marschieren und gleichzeitig zu spielen.

Ich muss zugeben, es war nicht leicht, aber könnte ich mich im Nachhinein noch mal entscheiden, würde ich es wieder nehmen. Es hat mir eine Menge gebracht, z. B. habe ich gleich am Anfang wunderbare Freunde gefunden. Dadurch hatte ich es am ersten Schultag und allgemein seitdem sehr leicht. Wegen den freundlichen und offenen Menschen, die ich kennengelernt habe, und wegen meiner wunderbaren und kulturoffenen Gastfamilie, fühlte ich mich schon von Anfang an, als würde ich dazu gehören. Als wäre dieser Platz schon immer für mich bestimmt gewesen.

Außerdem hat es mir in der kurzen Zeit geholfen, meine Fähigkeiten im Spielen der Trompete zu verbessern, sodass mein Musiklehrer und Marching-Band-Leiter David Matchim, der im Jahr 2018 den Music & Arts Music Educator of the Year Award erhalten hat, mich in die Band mit einem höheren Niveau eingeladen hat.

Nun ist mein großes Ziel für dieses Jahr, mich durch Herausforderungen in Symphonic Winds, was der Name der Band zu der ich gewechselt bin, ist, und durch die kommenden Footballspiele, bei denen wir auftreten werden, noch mehr zu verbessern. Ich bin gespannt, welch weitere Möglichkeiten mir dieses erste große Abenteuer bietet und welche Erfahrungen noch auf mich zukommen. Schließlich ist das erst der Anfang.